Ein grundlegender Rechtsgrundsatz für Streitigkeiten ist, dass Arbeitskampfmaßnahmen ein zielführendes Ziel verfolgen müssen, das tarifvertraglich geregelt werden kann. Streiks und Aussperrungen sind daher nur im Rahmen von Tarifverhandlungen rechtmäßig, und politische oder generalpolitische Streiks gelten als rechtswidrig. Nur Gewerkschaften haben das Recht, einen Streik auszurufen. Sekundäre Klagen können unter bestimmten Umständen zulässig sein. Es gibt kein individuelles Streikrecht der Arbeitnehmer. Streiks, die nicht offiziell von einer Gewerkschaft anerkannt werden, sind rechtswidrig. Eine Abstimmung ist nur erforderlich, wenn es bestimmte Gewerkschaftsregeln erfordern. Karrierebeamten (Beamte) ist es verboten, zu streiken. Ein rechtswidriger Streik begründet Schadensersatzansprüche und insbesondere gegenseitige Ansprüche auf eine einstweilige Verfügung zwischen den Beteiligten. Ob ein Streik rechtswidrig ist oder nicht, entscheiden jeweils die betreffenden Arbeitsgerichte.

2014 hat die Bundesregierung die Digitale Agenda 2014-2017 eingeführt, mit der Deutschland den Weg zum ”digitalen Wachstumsmotor Europas” ebnen soll. Die Agenda zielt darauf ab, den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu beschleunigen und die Digitalisierung der Wirtschaft zu fördern, und wird von den Bundesministerien für Wirtschaft (BMWi), Verkehr (BMVI) und Forschung (BMBF) gesteuert. Das Arbeitsministerium (BMAS) spielt eine untergeordnete Rolle und ist nur in einem von sieben Tätigkeitsfeldern, dem Bereich ”Digitale Wirtschaft und digitale Arbeit”, tätig. Die Integration von BMAS ist den Gewerkschaften zuzuschreiben, die sich seit Jahren mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigung und die Qualität der Arbeit befassen. Als Reaktion darauf veröffentlichte das BMAS Ende 2016 ein Weißbuch über den Bedarf an künftiger Regulierung der Arbeit, das 2017 ausführlich diskutiert wurde. Die Autonomie der Tarifpartner ist gesetzlich garantiert, solange das Ergebnis dem Wohl der Wirtschaft und der Arbeitnehmer dient. Die abgeschlossenen Vereinbarungen sind verbindlich und werden von allen Mitgliedern der Arbeitgeberorganisation angewendet (es sei denn, die Organisation bietet eine Mitgliedschaft ohne verbindliche Verpflichtung zur Anwendung des Vertrages an). Die Vereinbarungen betreffen alle Gewerkschaftsmitglieder in einem Unternehmen; in der Praxis werden sie in der Regel auf alle Arbeitnehmer eines Unternehmens angewendet, Nach der nationalen Quelle, gab es einen anhaltenden Rückgang sowohl in der Tarifdeckung und in der BetriebsratAbdeckung, wenn auch weniger ausgeprägt in den letzten Jahren.

Darüber hinaus wird die bezahlte Ausbildungszeit auch durch Betriebsvereinbarungen von Arbeitgebern und Betriebsräten gewährt. Diese Form wird am häufigsten im öffentlichen Sektor und in großen Unternehmen umgesetzt. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sehen verschiedene Formen der Arbeitszeitflexibilität in Bezug auf Wochenendarbeit, Überstunden, Schichtarbeit oder Arbeitszeitkonten vor. Flexitime (Gleitzeit) ist eine der traditionsreichsten Formen; eine neue Entwicklung ist die Gewährung von Urlaub für Ausbildungs- oder Pflegezwecke (Bispinck 2017). Die Mindestaltersanforderung für Arbeitnehmer beträgt 13 Jahre. Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren können mit Zustimmung ihrer Eltern einen Arbeitsvertrag abschließen. Der Vertrag kann schriftlich oder mündlich abgeschlossen werden, muss aber innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Arbeiten schriftlich niedergelegt werden. Der Vertrag hat einen bestimmten Tarifvertrag oder Betriebsvertrag zu berücksichtigen. Die vereinbarte Arbeitszeit wird stark von sektoralen Tarifverträgen beeinflusst, die monatliche oder wöchentliche Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausen, die Zahl der Feiertage sowie die Stunden Schichtarbeit und Nachtarbeit definieren.